Sicherheitsbeauftragte unterstützen die Unternehmensleitung und die verantwortlichen Führungskräfte bei der Erfüllung ihrer Aufgaben im Arbeitsschutz und zwar unabhängig davon, ob eine Fachkraft für Arbeitssicherheit und/oder eine Betriebsärztin/ein Betriebsarzt bestellt sind.Persönliche Vorteile sind mit dieser ehrenamtlichen Tätigkeit nicht verbunden. Es besteht lediglich Anspruch auf Zahlung des entsprechenden Arbeitsentgelts für die Dauer der Ausbildung und die Zeit zur Erfüllung der gesetzlichen Aufgaben. Wegen der Erfüllung der ihnen übertragenen Aufgaben dürfen die Sicher-heitsbeauftragten nicht benachteiligt werden.

WICHTIG: Die Pflicht zur Benennung eines Sicherheitsbeauftragten besteht auf Betriebsebene, nicht auf Unternehmensebene. Hat ein Unternehmen also drei Niederlassungen, wobei in zweien mehr als je 20 Mitarbeiter in Vollzeitbetrachtung tätig sind, so hat der Unternehmer in den besagten zwei Unternehmen für die Benennung eines Sicherheitsbeauftragten zu sorgen. Die Träger der Gesetzlichen Unfallversicherung können per Auflage die Benennung von Sicherheitsbeauftragten auch bei geringerer Anzahl Beschäftigter fordern; umgekehrt können Betriebe bei Darstellung einer geringen Gefährdungslage eine Ausnahmegenehmigung beantragen, um bei mehr als 20 Beschäftigten auf die Benennung eines Sicherheitsbeauftragten verzichten zu können.

Einsatzmöglichkeiten für Sicherheitsbeauftragte

Handlungsanlass

Art des Tätigwerdens

1. Unfall oder Beinahe-Unfall im Zuständigkeitsbereich

  • Evtl. Mitwirkung bei der Ersten Hilfe
  • Information an die Verletzten zur Inanspruchnahme Erster-Hilfe-Leistungen und/oder Hinweise zum Aufsuchen des D-Arztes
  • Mitwirken bei der innerbetrieblichen Unfalluntersuchung zur Feststellung der Unfallursachen
  • Mitwirken bei der Erarbeitung der Vorschläge für technische oder organisatorische Maßnahmen, die erforderlich sind, um ähnliche Unfälle in Zukunft zu verhindern
  • Bei meldepflichtigen Unfällen: Kenntnisnahme des entsprechenden Vordrucks des innerbetrieblichen Unfallmeldesystems und evtl. betriebliche Sonderregelungen zur Meldepflicht

2. Gesamtes
Unfallgeschehen im Zuständigkeitsbereich

Beobachtung des Unfallgeschehens im Zuständigkeitsbereich, und zwar

  • Kenntnisnahme durch persönliche Beobachtung
  • Informationen der Beschäftigten / Vorgesetzten
  • Information durch Unfallanzeigen oder innerbetriebliche Meldevordrucke
  • Einsichtnahme in das Verbandbuch / die Kartei über Erste-Hilfe-Leistungen
  • Aufgrund dieser Informationen Hinweise / Vorschläge für Vorgesetzte erstellen und Mitarbei­terinnen / Mitarbeiter motivieren, sich sicherheitsbewusst zu verhalten und zu handeln

3. Hinweise von Beschäftigten auf Mängel an Maschinen oder auf arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren, z. B.

  • fehlende Schutzeinrichtungen
  • vorschriftswidriges Verhalten von Beschäf­tigten (z. B. Nichtbenutzung von PSA)
  • Handhaben von schweren Lasten, ungünstige Körperhaltung
  • Je nach Art und Schwere des gemeldeten Mangels unmittelbare oder spätere Inaugenschein­nahme, dabei prüfen, ob die Angaben sachlich richtig sind
  • Wenn nicht durch Beteiligte sofort abstellbar, Meldung an den Vorgesetzten / die Vorgesetzte. Verfolgung der Mängelbeseitigung

4. Persönliche Feststellung der Mängel, der  Verhaltensfehler oder der arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren während der normalen Arbeitstätigkeit im Zuständigkeitsbereich

  • Einwirkung auf umgehende Abstellung der Mängel, soweit dies im Zuständigkeitsbereich der Beteiligten liegt; Gespräche mit dem Ziel, sicherheits- und gesundheitsbewusstes Verhalten und Handeln zu erreichen
  • Soweit unmittelbare Abstellung durch die Beteiligten nicht möglich, Information der zustän­digen Vorgesetzten über die festgestellten Mängel, Verfolgung der Mängelbeseitigung

5. Regelmäßiger Rundgang im Arbeitsbereich

Inaugenscheinnahme der Arbeitsplätze, Einrichtungen und Verkehrswege:

  • Sind Schutzeinrichtungen vorhanden und ordnungsgemäß angebracht?
  • Werden die jeweils am Arbeitsplatz vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstungen ordnungsgemäß benutzt?
  • Werden die zur Unfallverhütung, zur Verhütung der Berufskrankheiten und der arbeitsbeding­ten  Gesundheitsgefahren erteilten Betriebsanweisungen eingehalten?

 

Soweit Abstellung festgestellter Mängel durch die Beteiligten nicht unmittelbar möglich, Meldung an die zuständigen Vorgesetzten; Verfolgung der Mängelbeseitigung.

6. Betriebsbesichtigung durch Vertreter der Unfallkasse, Berufsgenossenschaft (Aufsichtspersonen) oder durch Vertreter der für Arbeitsschutz zuständigen Landesbehörde

  • Teilnahme beim Rundgang innerhalb des Zuständigkeitsbereichs
  • Informationsaustausch über die in diesem Bereich festgestellten Mängel auf dem Gebiet des Arbeitsschutzes
  • Kenntnisnahme des entsprechenden Ergebnisses der Betriebsbesichtigung
  • Verfolgung etwaiger Mängel bis zur Beseitigung
  • Gespräche mit Beschäftigten haben das Ziel, sicherheits- und gesundheitsbewusstes Verhalten und Handeln zu erreichen

7. Betriebsbegehungen durch Arbeitsschutzausschuss oder
Fachkraft für Arbeitssicherheit, Betriebsärztin / Betriebsarzt, Personalvertretung

Teilnahme an einem Rundgang innerhalb des Zuständigkeitsbereichs; im Übrigen weiter wie unter 6. beschrieben

8. Informationen / Anweisungen
durch Vorgesetzte oder im Rahmen der betrieblichen Arbeitsschutzorganisation

  • Unterstützung der Betriebsleitung bei der Durchführung des Arbeitsschutzes im Zuständigkeitsbereich
  • Entsprechend der erhaltenen Information / Anweisung Weitergabe der Information an die Beschäftigten;im Übrigen weiter wie unter 5. beschrieben

9. Durchführung von Messungen und Ermittlungen im Zuständigkeitsbereich der Sicherheitsbeauftragten, z. B. bei der Erstel­lung der Lärmkataster oder bei Messungen luftfremder Stoffe / gefährlicher Stoffe

Wenn die Messergebnisse im Betrieb vorliegen und im Anschluss an die Unterrichtung durch die Unternehmerin/den Unternehmer, die Vorgesetzten, berücksichtigen die Sicherheitsbeauf­tragten die Ergebnisse bei ihrer Tätigkeit.

10. Einstellung neuer oder Umsetzung einzelner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Zuständigkeitsbereich

  • Unterstützung bei der Einweisung am Arbeitsplatz in Fragen des Arbeitsschutzes
  • Evtl. als Pate tätig werden

11. Sitzung des Arbeitsschutzausschusses nach Paragraph 11 Arbeitssicherheitsgesetz

Mindestens einmal vierteljährlich über Schwerpunkte des Arbeitsschutzes beraten.

Anmerkung: Bei mehr als zwei Sicherheitsbeauftragten im Betrieb bestehen unterschiedliche Regelungen über die Teilnahme bzw. über die Vertretung der Sicherheitsbeauftragten im ASA

12. Systematische und häufige Mängel oder grundsätzliches Fehlverhalten

  • Soweit Beseitigung der Mängel durch Beteiligte nicht unmittelbar möglich, Meldung an zuständige Vorgesetzte; Verfolgung der Mängelbeseitigung
  • Zusätzlich Rücksprache mit Vorgesetzten und/oder Fachkraft für Arbeitssicherheit, z. B. zum Thema Überarbeitung der Gefährdungsbeurteilung